Hin und wieder kommt es vor, dass die Möglichkeiten der Logfiles und Ereignisanzeigen erschöpft sind und man dem Fehler immer noch nicht auf die Schliche gekommen ist. In einigen Fällen kann dann ein Mitschnitt der Netzwerkverbindungen zur Lösung des Problems beitragen. Hierfür gibt es diverse freie Programme. Die gängigsten Programme sind der Netmon von Microsoft, Packetyzer oder Wireshark. Im NoSpamProxy- Support hat sich der Packetyzer überwiegend durchgesetzt. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die grundlegensten Funktionen etwas näher bringen.
Die Setup-Datei von Packetyzer erhalten Sie auf der Seite www.packetyzer.com unter den „Open Source Tools“. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von Packetyzer ist die Windows Capture Library WinPCAP. Sie erhalten die aktuellste Version der Software unter www.winpcap.org.
Erst nachdem Sie beide Softwarepakete installiert haben, können Sie den Packetyzer fehlerfrei starten und benutzen. Als erstes wird ein Assistent sie fragen, von welcher Netzwerkverbindung Sie die Pakete sammeln möchten.
Wählen Sie den gewünschten Adapter aus und bestätigen Sie den Dialog mit OK.

So starten und beenden Sie die Sammlung
Zum starten der Sammlung müssen Sie lediglich auf den Start the current capture Knopf drücken.
Im oberen rechten Fenster werden Ihnen nun alle mitgeschnittenen Pakete angezeigt.
Um die Sammlung wieder zu beenden, klicken Sie auf den Stop the current capture Knopf.
Wie wertet man den Netzwerkmitschnitt aus?
Da der Packetyzer sehr umfangreich von den Analysemöglichkeiten ist, zeigen wir Ihnen an dieser Stelle nur die wichtigsten Funktionen, damit Sie sich schnell zurechtfinden.
Schon während der Mitschnitt gemacht wird, können Sie auf die verschiedenen Registerkarten wechseln. Für uns relevant sind die Registerkarten Protocols und Connections. Auf der Registerkarte Protocols zeigt Packetyzer Ihnen die Pakete nach dem Protokoll sortiert an. Das macht die Suche zum Beispiel nach einer bestimmten E-Mail sehr einfach.
Um alle SMTP-Pakete anzuzeigen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Simple Mail Transfer Protocol und wählen im Kontextmenü Show Packets aus.
In dieser Übersicht wiederum können Sie sich jetzt ein beliebiges Paket einer E-Mail-Übertragung heraussuchen, welches Sie zum Beispiel am Absender oder am Empfänger erkennen. Klicken Sie wiederum dieses Paket mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü Follow TCP Flow.. aus. Im nächsten Fenster zeigt Ihnen Packetyzer dann nur die zu dieser Verbindung gehörenden TCP-Pakete an. Wenn Sie auf die Registerkarte Decode wechseln, können Sie sich sogar nur die Nutzdaten der Verbindung anzeigen lassen.
Spätestens hier werden Sie einen möglichen Fehler in der Übertragung entdecken bzw. nachweisen, dass eine E-Mail Ihr Mailsystem ordnungsgemäß verlassen hat. Gerade bei Fällen von „zerstörten“ E-Mails ist ein Netzwerkmitschnitt die einzig wirksame Methode um nachzuweisen, in welchem Zustand eine Mail den Mailserver verlassen oder erreicht hat.
Alternativ können Sie sich auch alle Pakete anzeigen lassen, die an eine bestimmte IP-Adresse gesendet wurden, oder von einer bestimmten IP-Adresse empfangen wurden. Wechseln Sie dazu einfach auf die Registerkarte Connections. So können Sie überprüfen, ob ein eigentlich vertrauter Mailserver Ihnen nicht evtl. noch andere E-Mails sendet weil er z.B. von einem Virus befallen wurde. Es wäre nicht der erste Mail-Server der so als Spam-Schleuder enttarnt wurde.
Löschen des Mitschnitts
Wenn in den gesammelten Paketen nicht die gewünschte Information enthalten war, können Sie die Sammlung jederzeit verwerfen indem Sie auf der Registerkarte Decode auf den Clear all packets from the Session Knopf drücken. Anschließend können Sie die Sammlung erneut starten.
Speichern des Mitschnitts
Um die gesammelten Daten abzuspeichern, klicken Sie in der Menüleiste auf den Save Knopf.
Ein Assistent wird Sie nun fragen, wo und unter welchem Namen Sie die Sammlung abspeichern möchten.